Wofür brennst du wirklich? Die wichtigste Frage
- Laura Nentwich

- 9. Juni
- 5 Min. Lesezeit

“Ja ich will leben, will nicht nur atmen,
nein ich will brennen
und es gibt nichts zu verlieren …
Ja ich will leben,
das heißt auch kämpfen
gegen das Sterben,
und das ist auch Teil von mir.”
Früchte des Zorns: Brennen
Zu Beginn des Jahres 2026 war überall im Netz die Rede vom Feuerpferd. Die Energie des Feuerpferdes, die dieses Jahr begleitet und prägt, dem chinesischen Kalender nachempfunden, der seit dem 17.02. gilt. Das Feuer, das dieses Pferd mitbringt, entflammt uns für das, was wirklich von Bedeutung für uns ist - und es verbrennt alles, was nicht mehr zu uns gehört. Und dieser Prozess kann auch sehr wehtun. Wer lässt schon gerne los, was einem vielleicht über Jahre gedient hat? Was einen lange begleitet hat oder sehr wichtig war? Was unserem Nervensystem signalisiert hat: Damit fühlst du dich sicher?
Und der Prozess wirft ebenso die Frage auf: Wofür willst du losreiten? Rennen? Es ist eine essenzielle Frage, denn faktisch ist unsere Zeit begrenzt. Wenn wir uns langfristig “auf das falsche Pferd setzen” und in eine Richtung bewegen, die nicht unsere ist, bereuen wir es am Ende. Und das schreibe ich nicht, um FOMO zu erzeugen oder Unsicherheit zu schüren, denn davon haben wir wirklich genug. Sondern um dein Bewusstsein zu schärfen dafür, was dir wirklich von Bedeutung ist.
Es ist entscheidend, dass wir uns darüber im Klaren sind, was es denn nun ist, wofür wir brennen. Wofür wir wirklich hier sind und was uns so wichtig und bedeutend ist, dass wir den Großteil unserer Energie dafür aufbringen wollen. Ich würde mal behaupten, bei den wenigsten ist es ihr Job, bei dem sie täglich viel Zeit verbringen. Vielleicht bist du wie ich bereits um die vierzig und hast noch keine richtige Antwort darauf gefunden, wofür du wirklich brennst.
Die wichtigste Frage deines Lebens: Wofür brennst du wirklich?
Was ist das eine Thema, wo dein Herz sich weitet, wenn du darüber sprichst? Wenn deine Augen anfangen zu leuchten? Deine Freunde sagen: “Wow, da kennst du dich richtig gut aus”. Das Thema, womit vielleicht andere mit Fragen oder Bitten zu dir kommen (und du dich dann auch freust, sie zu beantworten).
Wofür ich brenne - meine Geschichte
Ich habe inzwischen meine Antwort und teile dir in diesem Beitrag meine Geschichte dazu.
Im Grunde war ich immer auf der Suche: Ich dachte, es wäre die Kunst. Das Eintauchen in die Analysen von Kunstwerken, das Dahinter blicken und das Verstehen. Ich hatte ein langes Studium, habe promoviert, weil ich geglaubt habe, wenn ich erst mal meinen Doktor habe, dann arbeite ich im Museum und bin glücklich und erfüllt. Was folgte, waren viele Bewerbungen, die Erkenntnis, wie wenig familienkompatibel die Kulturbranche oft ist und die Pandemiezeit...
Oder, dachte ich, es ist die Literatur. Ich war Bloggerin, habe Autoren wie T.C. Boyle treffen dürfen, mehr als 52 Bücher im Jahr gelesen, war vernetzt in der Bloggerszene… Doch mit dem ersten Baby und vielen schlaflosen Nächten fehlte die Zeit dafür und die innere Ruhe.
Neben dem Studium arbeitete ich im Kundenservice, beantwortete später im Team einer LifeCoachin lange Emails mit Sinnfragen, schrieb Helpcenter Beiträge und dachte: Vielleicht brenne ich dafür, andere zu supporten, ihnen mit meinen Worten Unterstützung zu bieten.
Ich verfasste Human Design und Gene Keys Analysen, also Texte über das, was andere in ihrer Essenz ausmacht, begann E-Books zu schreiben…
Fällt dir was auf?
Eigentlich war es...
Eigentlich war es das Schreiben. Das Schreiben über das, was mich bewegt. Was tiefer geht. Was philosophische Fragen aufwirft. Es war immer das Schreiben.
Und ich habe immer geschrieben. Früher Pony- oder Vampirgeschichten. Seitenlange Briefe (born in the 80´s …). Tagebuch, später Journal. Gedichte, vor allem im größten Schmerz: Wenn der Liebeskummer seine Schwingen um mich legte, oder eine der Melancholie-Phasen. Sogar verschiedene Romananfänge begann ich. Sie dümpeln seither in ihren Ordnern auf meinem Laptop und flüstern leise von Möglichkeiten.
Ich habe immer gesagt: Schreiben ist meine Therapie.
Laut der wunderbaren Wissenschaftlerin und Autorin Brené Brown, brauchen wir nur ein wenig über unsere Erfahrungen schreiben. Dies helfe uns, das Erlebte zu integrieren und Verantwortung zu übernehmen. (Vgl. “Laufen lernt man durch Hinfallen. Wie wir zu echter innerer Stärke finden”, S. 10 ff.) Und es ist mehr als das.
Wenn ich schreibe, fühle ich mich lebendig.
Ich lasse das Gelebte durch meine Worte weiter fließen.
Und tatsächlich sehe ich in der Achterbahnfahrt des Lebens auch oft vor allem eins: Inspiration. Die Begegnungen mit Menschen, das, womit sie sich beschäftigen, die Erfahrungen, die ich selbst mache, die Orte, die ich aufsuche. Alles ist ein unerschöpflicher Quell der Inspiration für mich. Und das liegt sicher nicht nur daran, dass ich im Human Design ein offenes Kronen-/Inspirationszentrum habe und Tor 11 in der Bestimmung :)
Was ist es bei dir?
Bei dir kann es natürlich etwas vollkommen anderes sein: Kochen. Tanzen. Naturnähe. Die Verbindung zu Tieren oder deren Rettung. Coachen. Millionärin werden. Network Marketing. Schuhe verkaufen. Tische bauen. Häuser einrichten. Filzen. Bildwelten erschaffen. Bots programmieren.
Was auch immer es bei dir ist: Schaffe dir Raum dafür. Lebe und liebe es.
Denn ich glaube, dass diejenigen, die keine Antwort finden auf die Frage, wofür sie wirklich brennen - oder sich nicht erlauben, genau das zu leben, dass diejenigen sich viel eher verirren im Labyrinth der Möglichkeiten. Es gibt soo viele Möglichkeiten. Und ich glaube, dass unsere Seelen sich auch deshalb ausgesucht haben, hier zu sein.
Auf der Suche
Wir haben es uns ausgesucht, auf der Suche zu sein. Doch wenn diese Suche zur Sehnsucht wird, die keine Erfüllung findet, kann die Suche zur Sucht werden. Sich in Süchten zu verlieren, das ist in meinen Augen eine Form der Suche.
Vielleicht suchen wir immer mal wieder und kommen nie dauerhaft an. Dafür sorgt nicht zuletzt auch das Hormon Dopamin, das uns immer weiter Streben und Verlangen lässt. Doch ich denke, je klarer wir in der Antwort auf die Frage sind, wofür wir wirklich brennen, was unser Warum ist, umso eher finden wir Ruhe auf dieser Suche und so etwas wie einen inneren Anker, zu dem wir immer wieder zurückkehren können.
Tools wie das Human Design System
Ein Tool von vielen, das uns dabei unterstützen kann, unser Wofür zu finden, ist das Human Design System bzw. die Gene Keys. In den zahlreichen geometrischen Formen und Zahlen liegt der Code deiner Seele verborgen. Manchmal - wie in meinem Fall - legt sich das Wofür wie ein roter Faden durch die Erfahrungen ins Leben hinein und man erkennt es reflektierend. In den Gene Keys fand ich dann die Bestätigung: “Ach, da steht es ja! In meinem Inkarnationskreuz Eden 3 geht es ja genau darum, durch Krisen und Herausforderungen im Leben zu wachsen und diese zum Ausdruck zu bringen. Sie in Mythen und Geschichten zu verpacken.”
Du kannst dir vorstellen, wie intensiv sich dieser Moment anfühlte, als diese Erkenntnis tiefer sackte. An welchem Punkt stehst du gerade, mit deinem Feuerpferd am Zügel? Trägst du eine Ahnung in dir, ein Gefühl dafür, wofür du brennst? Tappst du im Dunkeln? Oder gehst du voll innerer Klarheit deinen Weg?
Vielleicht magst du dich noch weiterführend von meiner Podcastfolge “Live your fckng dream” inspirieren lassen.
Hinterlass mir gern einen Kommentar oder sende mir eine Mail, ich freu mich, von dir zu lesen.
Deine Laura



Kommentare